Schulgeschichte

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Von der Entstehung bis heute

Das OG-Eschwege, wie es familiär in der Öffentlichkeit genannt wird, feierte im September 1998 sein 25jähriges Bestehen und das dreiundzwanzigste Abitur, wie es dem Publikum beim Johannisfest schon äußerlich sichtbar durch die eigens hierfür entworfenen und hergestellten T-Shirts vor Augen geführt wurde.

Diese Schule ist eine Rarität: ein Gymnasium und dazu noch eigenständig ! Wo gibt es das sonst noch ? So eine Schule kann doch nur ein Überbleibsel längst vergangener Jahre sein. Wie kann ein Oberstufengymnasium existieren, ohne Mittelstufe ? Als die Entscheidung 1973 zur Gründung des heutigen Oberstufengymnasiums gefallen war und damit auch die Entscheidung für die Erhaltung der Friedrich-Wilhelm-Schule und der Auflösung der Leuchtbergschule, wurde gleichzeitig der Beginn des Schulverbundes zwischen den beiden "neuen" Schulen und später den anderen umliegenden Gesamtschulen eingeläutet.

Heute kooperieren eine Vielzahl von Sekundarstufen-I-Schulen und das Oberstufen- wie das Berufliche Gymnasium erfolgreich zusammen und bilden somit zwei unterschiedliche Möglichkeiten in unserer Region, die Hochschulreife zu erwerben. Die früheren vollausgebauten Gymnasien haben sich also zu integrativen Schulen im Rahmen von regionalen Schulverbänden entwickelt.

Schülerinnen und Schüler der näheren und weiteren Umgebung besuchen das Oberstufengymnasium auf die Dauer von durchschnittlich drei Jahren. Lehrkräfte der abgebenden Schulen fühlen sich organisatorisch und pädagogisch dem OG, wie es der Kürze halber auch genannt wird, verbunden. Auf Fachkonferenzen bereiten sie die Übergänge zwischen den Sekundarschulen I und II vor und haben so eine besondere Aufgabe und Kompetenz in der Beratung der Schülerinnen und Schüler für die Oberstufenarbeit. Wert wird nun auf den Ausbau der in der Mittelstufe gelegten Grundlagen gelegt: wissenschaftspropädeutisches Lernen ist angesagt.

Relativ häufig wird das vermeintlich hohe Durchschnittsalter des Kernkollegiums am OG bemängelt (ca. 54 Jahre) und meint damit, daß man wohl von solchen Lehrkräften keine innovativen Kräfte mehr erwarten könne. Das Gegenteil ist der Fall, so meint Kurt Groeber: "Nur wer verantwortungsbewußt zu verändern versteht, kann bewahren, was sich bewährt hat" (Willy Brandt, 1974). Dieser Satz war zur Gründung des Oberstufengymnasiums, wie auch heute noch gültig. Den Anforderungen des Hessischen Schulgesetzes von 1992 wie auch dem Entwurf der gemeinsamen Ausbildungsverordnung Gymnasiale Oberstufe/Berufliches Gymnasium fühlt sich das Oberstufengymnasium im besonderen Maße verpflichtet.

Dank des Engagements der Schulleitung und des Lehrerkollegiums werden die pädagogischen Anforderungen und organisatorischen Probleme erfolgreich bewältigt.

Eines dieser - nicht gering einzuschätzenden - Probleme waren die Auswirkungen der Asbestsanierung auf den Unterrichtsbetrieb. Das Oberstufengymnasium hat nun die teilsanierten Gebäude wieder in Beschlag genommen. Die Schülerschaft und die Lehrkräfte bezogen wieder die alten und auch eine ganze Reihe von neuen Klassenräumen und zeigten in den Ausstellungen ihre Leistung und die Leistungskraft allgemein der interessierten Öffentlichkeit.

Diese Schule hat sich für alle ersichtlich als ein Haus des Wissens, aber auch als ein Dienstleistungsinstitut für die Allgemeinheit bewiesen. Das Oberstufengymnasium entspricht in seiner Arbeit den wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen: eine fundierte Wissensvermittlung, sinnvolles Unterrichten und ein verständnisorientierter Unterricht.

Das Oberstufengymnasium bietet seinen Schülerinnen und Schülern vor allem eine inhaltlich vielfältige Allgemeinbildung, Strategien zur Nutzung dieses Wissens, Fähigkeiten zum permanenten selbständigen Lernen und ein System von Wertorientierung. Wissen erweist sich - statt Reproduktion - immer mehr als intelligentes Wissen, als Wissen zur Konstruktion.

Unsere Gesellschaft verlangt eine sich permanent wandelnde Schule mit hohem Engagement der Lehrerschaft und damit auch einer hohen Wertschätzung in der Öffentlichkeit. Das Kollegium des Oberstufengymnasium genießt diese zu Recht, wie die etwa zweieinhalb Tausend Abiturientinnen und Abiturienten und deren Leistungen beweisen. Ein Selbstverständnis von Bildung und Erziehung wird hier sichtbar, das auch notwendig ist für die Profilbildung der pädagogischen Arbeit insgesamt: Ein Schulprofil bewußt zu entwickeln, ist gleichzeitig positive Selbstdarstellung. Die anstehende Arbeit zum Schulprogramm gibt tätige Gelegenheiten zur Besinnung auf die eigenen Besonderheiten und die Weiterführung des individuellen Wesens. Konkret wird die Entwicklung fächerverbindlicher und fachübergreifender Lernangebote sicherlich Teil dieser Arbeit sein.

Besondere Bedeutung für die Schulentwicklung der nächsten 25 Jahre generell sollten auch folgende Aspekte einnehmen:

- Initiative zur Weiterentwicklung,
- Stärkung der Eigenverantwortung,
- Schaffung angemessener Rahmenbedingungen,
- Selbstgestaltung und Qualitätsverantwortung,
- Setzung schuleigener Standards,
- Innovative Ausgeschlossenheit und Professionalität der Lehrkräfte,
- Unterstützung der Schulaufsicht,
- Öffnung der pädagogischen Arbeit auf das Umfeld.

Das Oberstufengymnasium in Eschwege ist bereits weit auf diesem Weg gegangen und hat Erfolge auszuweisen. Dank und Anerkennung gebührt denen, die teilweise über lange Jahre diese Zielsetzung unterstützt und ihren Beitrag geleistet haben.

(Quelle : Festschrift 25 Jahre OG)
 



Einblick in den Alltag einer Schule

ESCHWEGE (sj). Schüler sollen bekanntlich fürs Leben lernen und nicht für die Schule. Wie sieht er denn aus, der Schulalltag heute, was lernen die jungen Leute, wie werden sie aufs Leben vorbereitet. Antworten auf diese Fragen gibt es heute im Eschweger Oberstufengymnasium, das anläßlich seines 25jährigen Bestehens einen Einblick in den Schulalltag gewährt.

An zwei Tagen der offenen Tür am gestrigen Freitag sowie am heutigen Samstag von 15 bis 18 Uhr präsentieren Lehrer und Schüler Kursarbeiten und Projekte in den sanierten, asbestbefreiten Räumen des OGs. Sämtliche Fächer von Kunst bis Sport, von Latein bis Russisch, von Gemeinschaftskunde bis Physik werden in kleinen Ausstellungen vorgestellt. Die Themen sind vielfältig, reichen von "Die amerikanische Pressefreiheit und Bill Clinton" über "Frauen im Mittelalter" oder "50 Jahre D-Mark" bis hin zu selbstgeschriebenen EDV-Programmen, mit denen sich beispielsweise die Flugbahn beim Kugelstoßen exakt berechnen läßt oder dem schlichten Bestimmen von Pflanzen.

Interessant und eindrucksvoll ist er, dieser abwechslungsreiche Einblick in den Alltag des OGs, den die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrern mit viel Liebe zum Detail zusammengestellt haben. Für das nötige Hintergrundwissen rund ums "Geburtstagskind" sorgt außerdem eine Broschüre mit dem Titel "25 Jahre Oberstufengymnasium", die an beiden Tagen verkauft wird.

Höhepunkte des Jubiläums sind neben dem gestrigen Konzert des Streichorchesters der Eschweger Gymnasien vor allem der heutige Festakt ab 10 Uhr in der Stadthalle sowie der Festball um 20 Uhr am gleichen Ort, wozu alle Freunde der Schule, vor allem alle Ehemaligen, eingeladen sind.

(Quelle: Werra- Rundschau vom 25.09.1998)

 
 

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